Titelverteidiger holt Bronze - Kaiserslautern holt den Pokal

Der erstmalige Titel-Hattrick der Vereinsgeschichte blieb den Akteuren der Herrenmannschaft des Stolberger Schwimmverein nach einer schwachen Vorstellung im Halbfinale zwar verwehrt, mit dem dritten Platz erreichte man aber schließlich doch einen versöhnenden Turnierabschluss. Die Damen waren der starken Konkurrenz unterlegen und mussten sich mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Schon die Gruppenphase erwies sich als schwieriger Meilenstein auf dem Weg ins Halbfinale. Nach einem insgesamt guten Spiel gegen die Mannschaft aus Steinhagen setzte es bereits im zweiten Spiel die erste Niederlage. Zur Erinnerung: Der SSV hatte seit November 2008 kein Turnierspiel mehr in der eigenen Halle verloren.

Dem dauerhaften Titelaspiranten und Rekordsieger Borghorst bot man in der ersten Halbzeit zwar noch Paroli und ging sogar verdient mit 3:1 in die Pause, nach dem Wechsel löste sich die zuvor starke Abwehrarbeit mehr und mehr auf. Der Angriff, in den letzten Jahren das Prunkstück der Stolberger, hatte dem Ligakonkurrenten der letzten Saison auch nicht viel aufzuzeigen. So drehte sich das Spiel schnell und der einzige Lichtblick in einer katastrophalen Halbzeit war der Ehrentreffer zum 4:6. Schon jetzt stellte sich die Mission Titelverteidigung als äußerst schwierig da.

Im letzten Gruppenspiel gelang dann aber doch relativ souverän der Einzug ins Halbfinale gegen das Sportteam aus Hamburg. Beim 8:3-Kantersieg stand der Sieger schon nach den ersten Minuten fest, damit war der zweite Platz aber noch nicht gesichert.
Die Mannschaft aus Steinhagen war nämlich drauf und dran, den Borghorstern eins auszuwischen. Über fast die gesamte Spielzeit führte Steinhagen, lange sogar mit zwei Toren, bevor Borghorst in den letzten Minuten das Spiel doch noch mit 5:4 gewinnen konnte, der Siegtreffer fiel Sekunden vor dem Abpfiff.

Die Damen waren in ihren ersten beiden Gruppenspielen den Gästen aus Köln (1:3) und Borghorst (0:2), während die zweite Herrenmannschaft des SSV für einiges Aufsehen sorgte. Zwar gab es gegen die Gruppenfavoriten Kaiserslautern (2:7) und Bonn (2:6) deftige Niederlagen, gegen Herford gelang aber überraschenderweise ein klarer 5:2-Sieg. Und selbst gegen Bonn und Kaiserslautern hielt die Zweite lange mit, verspielte ein besseres Ergebnis oft erst in den Schlussminuten, wo die Konzentration nachließ und Erschöpfung einsetze.

Am Abend feierten die Spielerinnen und Spieler aller teilnehmenden Mannschaften zusammen im Bistro Sunrise an der Schwimmhalle. Bei guter Verpflegung und mit unserem DJ Chris hatten alle SpielerInnen und Gäste von auswärts viel Spaß und gingen erst in den frühen Morgenstunden nach Hause.

Der Sonntag war dann spielerisch für zwei von drei SSV-Teams eine Enttäuschung. Sowohl die Damen als auch die erste Herrenmannschaft mussten sich Kaiserslautern geschlagen geben. Während die Damen mit 1:4 noch relativ hoch verloren, war das Spiel der Herren eine Partie auf des Messers Schneide.
Nach einer schwachen ersten Hälfte lag man mit 1:2 hinten, doch sofort nach dem Wiederanpfiff fiel der Ausgleich. Wer jetzt eine spielerische Reaktion erwartete, sah sich getäuscht. Direkt im Gegenzug ging Kaiserslautern erneut in Führung und war von nun an bedacht, das 3:2 über die Zeit zu retten. Trotz stürmischer Offensivlust und vielen Chancen gelang uns in den verbleibenden sieben Minuten kein Tor mehr. Überzahlspiele wurden vergeigt, und wenn sich mal gute Chancen abzeichneten, verhinderten Stürmerfouls den Torerfolg. So konnte man sich über das vorzeitige Ausscheiden nicht beklagen.

Für positive Schlagzeilen sorgte ausgerechnet die zweite Mannschaft. Gegen die Mannschaft aus Hamburg gelang in einem tollen Spiel ein 6:2-Sieg, der durch eine spielerisch und schwimmerisch überzeugende Leistung erkämpft wurde. Im Spiel um Platz 5 musste man sich dann jedoch der Überlegenheit der Steinhagener ergeben, das Spiel endete mit 3:8.

Auch die Damen waren in ihrem Abschlussspiel unterlegen. Im erneuten Aufeinandertreffen mit Kaiserslautern hatte man mit 0:2 das Nachsehen und beendete das Turnier auf dem 4.Platz.

Die erste Mannschaft holte sich im „kleinen Finale“ immerhin noch die Bronzemedaille. Gegen Bonn machte man sich zwar wieder lange Zeit selbst das Leben schwer, indem man die einfachen Tore kassierte und versuchte, die schwierigen Tore zu erzielen, schließlich konnte man sich aber doch eines 6:4-Sieges erfreuen.

Das Damenfinale bestritten die Mannschaften von Borghorst und Köln, hier setzten sich die Kölnerinnen mit 3:1 durch.

Im Finale bekamen die Zuschauer dann ein hervorragendes Wasserballspiel zu sehen, das zum Ende hin beinahe überkochte. Borghorst verlor in den letzten Minuten zwei seiner Akteure durch die jeweils dritte Hinausstellung, darunter auch deren bester Torschütze. In dauerhafter Unterzahl gerieten die Borghorster kurz vor Schluss noch einmal in Rückstand, doch ein fulminanter Weitschuss brachte dann doch noch das Fünfmeterschießen.
Wer sich an die Turniere in Kaiserslautern erinnert, wird wissen, dass die Krokodile gute Nerven vom Fünfmeterpunkt haben und das bewiesen sie auch dieses Mal. Der Lauterer Schlussmann parierte zwei Schüsse und sicherte seinem Team damit den Turniersieg.



Somit endete ein hochklassiges Wasserballturnier mit einem überraschenden, aber verdienten Sieger. Der SSV I beendete das Turnier mit 6:4 Punkten und 24:18 Toren, der SSV II holte 4:6 Punkte und 18:25 Tore (6.Platz), die Damen blieben mit 0:8 Punkten und 2:11 Toren Vierter.

Bester Torschütze des Turniers wurde Alexander Hering (Olympia Borghorst) mit 15 Toren vor Dirk Feddeck (Kaiserslautern) mit 12 Treffern und dem besten Schützen der Stolberger, Mark Braun, mit 10 Toren. Bei den Damen kam die beste Schützin aus den Reihen des Siegers. Andrea Glass (Köln) verwies mit 9 Toren die Spielerinnen Melanie Keller (Kaiserslautern/5 Tore) und Svenja Bordewick (Olympia Borghorst/4) auf die Plätze zwei und drei.

Am frühen Sonntagnachmittag klang das Turnier dann aus und alle Mannschaften freuen sich nun erst einmal auf ihre Saisons, dort wird man neben Bonn dieses Jahr keine Auswahl der Borghorster antreffen, die ihre Mannschaft aus der Verbandsliga zurückgezogen haben, eine Maßnahme, die kaum an der Leistung der Mannschaft im letzten Jahr liegen kann.

Das nächste Turnier steht dann im Januar in Kaiserslautern an, wo man die letzten vier (!!!) Finalspiele verloren hat und dieses Jahr endlich den vierten Titel einfahren will.

Die 1.Stolberger Herrenmannschaft: hinten v.l.n.r.: Mark Braun, Tim Klos, Martin Seimann, Stephan Schorn, Thomas Kreus, Trainer Jochen Drees; vorne v.l.n.r.: Volker Amelong, Lars Huppertz, Marco Bleidiessel, Lothar Kirschfink.

Die SSV-Damenmannschaft beim Stolberger Turnier: hinten v.l.n.r.: Nicole Severin, Kathrin Schramm, Judith Emonds, Eva Pohlmann, Daniela Schmitz, Anja Gregor; vorne v.l.n.r.: Inka Braune, Clara Drees, Stephie Preetz, Irena Huppertz; nicht auf dem Foto: Elke Büscher und Marianka Kaiser.