Der Stolberger Schwimmverein 1910 e.V.




Als Gründungstag des Schwimmvereins gilt der 24. Juli 1910. Anlässlich eines Schauschwimmens im Freibad Bernhardhammer, als Freibad Reydt bekannt, wurde an diesem Tag von verschiedenen Seiten die Gründung eines Schwimmvereins für Stolberg angeregt.

Diesen Gedanken griff der Oberlehrer Zimmer auf, fand interessierte Schwimmer und Mitarbeiter und am 15. Oktober wurde die erste Versammlung einberufen. 36 aktive und 17 inaktive Mitglieder zählte der Stolberger Schwimmverein, der seine Aufgabe zunächst in der Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern sowie der Förderung des Schwimmens nach den Grundsätzen der Deutschen Schwimmerschaft sah. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Herr Zimmer gewählt.

Da in Stolberg im Winter keine Trainingsmöglichkeiten vorhanden waren, fand zunächst der Übungsbetrieb im Hallenbad Eschweiler statt. In den Sommermonaten trainierte man später im Freibad Bernhardshammer.

Bereits 1912 wurde eine Damenabteilung gegründet und in den Trainingsbetrieb eingegliedert. Der erste Weltkrieg unterbrach dann 1914 den erfolgreichen Aufbau des Vereins. Bereits kurz nach Vereinsgründung kam bei allen Mitgliedern aufgrund der ungünstigen Trainingsmöglichkeiten der Wunsch auf, dass in der Kupferstadt ein Hallenbad errichtet werden sollte.

So glaubte man bereits 1913 diesem Ziele nahe zu sein, als der Fabrikant und Ehrenmitglied Herr August Prym 100.000 Reichsmark für den Bau des Stadtbades zur Verfügung stellte und verschiedene Stellen des öffentlichen und privaten Lebens sich tatkräftig für den Bau des Hallenbades einsetzten.

Wie schon erwähnt, zerstörte der Beginn des ersten Weltkrieges alle Hoffnungen und das Stolberger Stadtbad konnte erst 18 Jahre später am 2. Februar 1931 eröffnet werden. Die Eröffnungsrede hielt der damalige Bürgermeister der Stadt, Herr Dr. Dobbelmann, und ein Mitbegründer des Vereins, Herr Karl Pelzer, durfte als erster in das neue Schwimmbecken eintauchen.

Mit dem Stadtbad kam der erste Aufschwung des Stolberger Schwimmvereins, der durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges jäh unterbrochen wurde.
Nach dem Zusammenbruch 1945 gelang es dem umsichtigen Vorsitzenden Josef Maaßen, den Verein langsam wieder aufzubauen. Hierbei kamen ihm seine Erfahrungen als Trainer zugute.

Das fünfzigjährige Jubiläum im Jahre 1960 wurde noch im Stadtbad mit der 20 m-Bahn gefeiert, bei einem großen Schwimmfest starteten unter anderem die frischgebackene Silbermedaillengewinnerin aus Rom, Wiltrud Urselmann, sowie die Olympiateilnehmer Paul Voell aus Deutschland und Ronni Kroon aus den Niederlanden.

Leider zeigte sich sehr bald, dass unser Stadtbad mit seinen vier 20 m-Bahnen für den Trainingsbetrieb und für Wettkämpfe den sportgerechten Verhältnissen nicht mehr entsprach.
So war es für die Mitglieder des Stolberger Schwimmvereins ein großer Tag, als am 18. Februar 1974 das Hallenbad am Glashütter Weiher seine Tore öffnete. In diesem wettkampfgerechten Bad mit sechs Bahnen konnten die Stolberger Aktiven nun vernünftig trainieren. Die Erfolge des modernen Trainings spiegelten sich in Bezirks- und Jahrgangsmeistertiteln. Die Teilnahmen an westdeutschen und deutschen Meisterschaften brachten öffentlichkeitswirksam für den Verein ebenfalls den gewünschten Erfolg.

Wenn man die beiden Bäder einmal vergleicht, hatte das Stadtbad eine Wasserfläche von 200 qm. Das neue Hallenbad dagegen verfügt allein im Schwimmbereich über eine Fläche von 400 qm zuzüglich des Nichtschwimmerbeckens mit ca. 160 qm. Auch für die Wasserballer ging es seitdem wettkampfgerechter zu. Im alten Bad spielte man mit fünf Spielern und einem stehenden Torwart und nicht – wie satzungsgemäß erforderlich - mit sieben Spielern.

Neben Wettkampfschwimmen und Wasserball liegt dem Stolberger Schwimmverein, wie schon in den Gründerzeiten, die Nichtschwimmerausbildung sehr am Herzen. Es werden jährlich aus ca. 120 bis 150 Nichtschwimmern sichere Schwimmer. Neben diesen Angeboten ist der Verein noch aktiv in der Breiten- und Seniorenarbeit, wo Wassergymnastik, Eltern- und Kindschwimmen und eine Power-Gymnastik angeboten werden.

Der nächste runde Geburtstag unseres Vereines steht bereits vor der Tür, denn im Jahre 2010 wird das hundertjährige Vereinsbestehen ein Grund zum Feiern sein.

Zum Schluss noch eine Einladung an alle Nichtvereinsmitglieder:
Wir sind offen für alle an schwimmerischen Aktivitäten interessierte Altersgruppen. Wenn jemand einmal in die diversen Angebote unseres Vereins hineinschnuppern möchte, ist er oder sie herzlich dazu eingeladen, sich mit den jeweiligen Ansprechpartnern in Verbindung zu setzen und zu den entsprechenden Trainingszeiten vorbeizukommen.