Die Zweite schlägt Aachen in Bestbesetzung

ASV 7:9 SSV (3:3, 3:1, 0:1, 1:4)

Spieler: Christian Amelong (im Tor), Jochen Drees (2 Tore), Frank Grümmer, Peter Grümmer, Stefan Bergs, Tim Klos (1), Thomas Mertens (1), Mark Braun (4), Ralf Schiffler, Marco Bleidießel (1)

Überzahl
Überzahlspiele: 3
Überzahltore: 2 (66%)
Unterzahlspiele: 0
Unterzahlgegentore: 0 (0%)

Vorab ein kleiner Rückblick. Es ist gerade einmal zwei Jahre her, da spielte unsere erste Mannschaft noch in der Mittelrheinliga, während Aachen gerade den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft hatte. Damals bestanden die anderen Bezirksligateams darauf, dass wir in der Mittelrheinliga Stammspieler melden, was aufgrund der Höhe der Liga nicht nötig war. Für uns war das kein Problem, wir meldeten unsere sieben besten und spielten mit einer „echten“ Zweiten im Bezirk Aachen, eine sportliche Geste, auf die der ASV knapp 24 Monate später gerne verzichtet. Wie sonst ist es zu erklären, dass die gegen uns aufgelaufene Mannschaft in derselben Besetzung in der Mittelrheinliga spielt?? Sei es drum, wir spielten also gegen Aachen I.

Wie in vielen Spielen gegen uns begannen die Gastgeber hochmotiviert und konzentriert. Es entwickelte sich ein schnelles Spiel, zuerst einmal ohne Tore. Doch nach vier Minuten platzte bei Aachen der Knoten, 90 Sekunden später stand es schon 0:2. Bis dahin suchten wir noch unseren Rhythmus, dieser schien jetzt gefunden worden zu sein. Nur 9 Sekunden später das 1:2, auch das 1:3 warf uns nicht zurück, bis zum Viertelende war das Spiel wieder ausgeglichen, 3:3.

Das zweite Viertel begann mit einem Paukenschlag, ein Fünfer für Aachen, den man zumindest nicht mit den offiziellen Wasserballregeln begründen kann, 3:4! Der Unterschied zwischen beiden Teams war jetzt, dass die Aachener ihre wenigen guten Chancen nutzten, während wir zu oft aus der Distanz verfehlten, 4:6 zur Pause.

Doch die Hoffnung war bei uns noch lange nicht gestorben, wir warteten ab, aus vorherigen Begegnungen kannten wir die wachsende Nachlässigkeit unserer Gegner, wenn sich erst mal der Torerfolg ausbleibt. Das dritte Viertel könnte bei beiden Teams in einem Lehrbuch für erfolgreiche Abwehrarbeit abgedruckt werden, kaum Großchancen, wenn doch, parierten die Goalkeeper. Unser Tor zum 5:6 war das einzige in diesem Abschnitt, später vergaben wir noch eine der kostbaren Überzahlsituationen.

Letztes Viertel, die Entscheidung rückte näher! Wir erzielten den Ausgleich, etwas glücklich, da der Ball unhaltbar abgefälscht wurde, aber nicht unverdient. Doch Aachen bekam einen weiteren Fünfmeter, vollkommen zu Recht! Wieder 6:7 aus unserer Sicht. Vier Minuten vor dem Ende allerdings wieder der Ausgleich. War es etwa ein gutes Omen, dass ausgerechnet ein eleganter Heber ins Aachener Gehäuse tropfte???
Zwei Minuten noch, plötzlich eine Überzahl für uns, insgesamt hätte es in einem zwar nicht unfairen, aber harten Spiel mehr Rausstellungen auf beiden Seiten geben müssen, wenigstens kein Nachteil nur für eine Mannschaft.
Bei der Überzahl spielten wir eins, zwei Pässe hin und her, und dann begann Jochens Galaauftritt über 90 Sekunden, man muss bedenken der Mann ist 50! Durch einen angetäuschten Pass irritiert er die ganze Abwehr, die Verwirrung nutzt er zu einem No-Look-Wurf in die kurze Ecke, 8:7, unsere erste Führung. Den gegnerischen Angriff blocken wir ab, im Gegenzug gibt es die nächste Rausstellung für Aachen. Und wer denkt, Jochens Tor wäre nur Zufall gewesen, der wird jetzt eines besseren belehrt, selbe Finte, selber Schuss, Kopie eines genialen Tores, 9:7, das Spiel ist aus.



Zusammengefasst ein typisches Aufeinandertreffen dieser Teams. Ein zu Beginn schnelles Spiel stagniert mehr und mehr in konsequenter Zonendeckung, Chancen bleiben rar. Der Unterschied einmal mehr die individuelle Klasse in entscheidenden Situationen. Wer einen 50-järigen listigen Fuchs in seinen Reihen hat, verschafft sich in solchen Spielen einen Vorteil.
Jetzt noch mal sachlich zur Gesamtleistung. Alle Akteure unseres Teams zeigten eine starke Leistung, die deutlich besser war als in den bisherigen Bezirksligaspielen. Sowohl die jüngeren mit ihrem schwimmerischen Einsatz und Unruhe bringenden Vorstößen wie auch die älteren mit Ruhe und Erfahrung wussten zu gefallen und zeigten, dass die Mischung im Team nicht besser sein könnte! Weiter so, zweite Mannschaft!