Mittlerweile werden sie schon legendär, die knappen, spannenden und ansehnlichen Finalspiele zwischen uns und den Gastgebern. Doch wie auch in den letzten beiden Jahren konnte die 1.Mannschaft von Kaiserslautern ihr eigenes Turnier gewinnen, wieder einmal in einem Herzschlagfinale.
Das Turnier begann Samstag um 12.00 Uhr im kleinen Becken, nur vier Bahnen breit, mit einer Spielzeit von 2x8 Minuten reiner Zeit. Es waren immer gleichzeitig 4 Herren und 2 Damen im Wasser. Nach mehreren kurzfristigen Absagen war unsere Mannschaft auf sechs Herren und sechs Damen geschrumpft, was in besonderen Fällen auch mal zu wenig sein kann.
Tatsächlich brachte schon das erste Spiel einen Schicksalsschlag. Gegen die 2.Mannschaft von Kaiserslautern lagen wir in einem schnellen Spiel zur Pause mit 3:1 vorne, als Jochen plötzlich am Auge blutete und für den Rest des Turniers ausfiel. Zuerst schien es nichts Ernstes zu sein, doch er musste später im Krankenhaus genäht werden. Nebenbei, das Spiel endete mit 6:1 für uns.
In der zweiten Partie traten wir gegen den PSV Stuttgart an. Von unserer Seite wurde wieder schnell gespielt, diesmal konnten die Gegner jedoch nicht mithalten, so konterten wir uns bis zur Pause zu einem 7:1-Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte ergab sich ein ähnliches Bild: Wir schossen Tor um Tor, Lars konnte einen der beiden von uns verursachten Fünfmeter halten, der letztere war das einzige Gegentor in diesem Spielabschnitt. Konsequent wurde das Spiel runtergespielt, es fielen noch mehrere Tore, sodass wir mit einem verdienten 15:2 das Feld als Sieger verließen.
Das letzte Samstagsspiel gegen Villingen-Schwenningen wurde als wichtiges Spiel eingestuft, mit einem Sieg wären wir dank der anderen Ergebnisse bereits sicher im Finale. Doch die Gegner konnten sich in den letzten beiden Jahren immerhin zwei Mal den dritten Platz sichern, das letzte Aufeinandertreffen im Jahr 2008 endete 7:7. Unsere Gegner ließen sich jedoch in der ersten Hälfte überrumpeln. Der Führung nach 14 Sekunden folgten noch 5 weitere Tore, die meisten fielen erneut nach Kontern oder Distanzschüssen, Halbzeitstand 6:1 für uns. Zu Beginn der zweiten Hälfte verloren wir kurz die Kontrolle. Nach zwei Gegentoren innerhalb einer Minute stand nur noch 6:3, das einzige Mal im Turnier, wo wir drei Gegentore am Stück kassierten. Danach fingen wir uns dann wieder und brachten das Spiel mit 11:4 sicher nach Hause.
Am Abend folgte die übliche Party im Vereinsheim des Kaiserlauterer Vereins, wie in den vorigen Jahren amüsierten wir uns gut, wobei das Praktischste auf der Party wohl weiterhin die Tatsache ist, dass man nur 15m bis zum Schlafraum gehen muss.
Nach einer langen Nacht standen wir morgens um 10.00 Uhr wieder am Beckenrand. Doch zuvor war auch Thomas ausgefallen, sodass wir plötzlich ohne Wechselspieler dastanden. Stephan konnte zum Glück trotz einer Verstauchung am Finger spielen. Für den Notfall holten wir für den Tag noch eine Aushilfe, falls ich unser Verletzungspech fortsetzen sollte.
Gegen die erste Mannschaft der Uni Karlsruhe begann das Spiel schleppend. Zwei Mal konnten die Gegner unsere Führung ausgleichen, erst kurz vor der Halbzeit spielten wir uns mit 4:2 einen beruhigenden Vorsprung heraus. Jetzt war das Eis gebrochen, wir ballerten wieder, was das Zeug hielt, und schossen ein Tor nach dem anderen. Am Ende gab es einen verdienten 13:4-Sieg.
So führten die Spiele also wieder einmal zu dem berüchtigten Finale Stolberg-Kaiserslautern. Die Gastgeber spielten mit einer Frau im Tor, was ihnen in der Theorie einen Vorteil im Spiel bescheren sollte. Die erste Halbzeit war für die Zuschauer mal wieder Spannung pur. Nach unserer Führung noch in der ersten Minute trafen die Gastgeber und wir fast abwechselnd, mal konnten wir in Führung gehen, mal führte Kaiserslautern. Obwohl unser Spiel nicht sehr variabel war, und nur Einzelaktionen oder Distanzschüsse zu Toren führten, konnten auch die Lauterer nicht „ihr“ Spiel spielen. Nach der Halbzeit, Spielstand 4:4, ging das Spiel wirklich exakt so weiter. Abwechselnde Tore und vor allen Dingen jede Menge Spannung. Nach einem starken Spiel stands am Ende wieder einmal unentschieden, 8:8.
Wie im letzten Jahr sollte also das Fünfmeterschießen über den Sieger entscheiden. Der erste Schuss saß bei beiden Teams, doch dann hielt die gegnerische Torfrau zwei Mal, Kaiserslautern traf beide Schüsse. Den nächsten Fünfmeter konnte Lars parieren, wir erzielten den Anschluss zum 2:3, aber der letzte Schütze der Gastgeber beendete das Spiel und traf zum 12:10-Sieg für Kaiserslautern.
Insgesamt wieder ein tolles Turnier mit einem fast schon erwartet spannenden Finale. Am Ende entschieden wieder einmal die besseren Nerven über den Turniersieg. Im nächsten Jahr wird es jedoch bestimmt wieder zu einer Neuauflage kommen, und dann wollen wir endlich unseren 4.Turniersieg nach dreijähriger Pause einfahren!
Statistiken:
Stolberger SV 8:2 Punkte 55:23 Tore
Überzahlspiele: 11
Überzahltore: 8 (73%)
Unterzahlspiele: 7
Unterzahlgegentore: 2 (29%)
Spieler/innen: Lars Huppertz (im Tor), Jochen Drees, Martin Seimann (2 Tore), Stephan Schorn (15), Greta Hasenkopf, Eva Pohlmann (4), Thomas Mertens (1), Mark Braun (30), Kathrin Schramm, Stephanie Preetz, Nicole Severin (2), Aushilfe: 1
