Trainer des Monats April 2009: Lars Huppertz
Betrachtet man die Spieler einer Wasserballmannschaft, so gibt es doch immer einen, der sich durch seine rote Kopfbedeckung mit der Nr.1 farblich von seinen Mannschaftskollegen abhebt: Im Falle der 1.Stolberger Herrenmannschaft trägt Lars Huppertz schon seit nunmehr 15 Jahren mit Stolz die rote Kappe mit der Nr. 1 seiner Mannschaft und – natürlich – eine dazu farblich passende rote Badehose, wann immer er im Tor steht und gekonnt die Geschosse der gegnerischen Mannschaften abwehrt.
Schon lange die Nr.1 für seine Ehefrau Irena, gibt es inzwischen noch über 20 weitere Mädels und Damen, die große Stücke auf den passionierten Wasserballspieler halten: Seit mittlerweile drei Saisons ist der 34-jährige auch der Trainer der aus einer Kooperation aus Stolberger und Aachener Spielerinnen bestehenden Wasserball-Damenmannschaft, mit der er in der letzen Saison den Sieg der Bezirksliga-Ruhrgebiet erkämpfte und somit den Aufstieg in die Oberliga, die zweite deutsche Wasserball-Damenliga, möglich machte. Seine Position als Trainer der Herzen hat er sich hart erarbeitet, muss er doch ab und zu die ein oder andere Kontroverse zwischen den Mädels schlichten oder auch mal eine mahnende Mail verschicken, wenn die Trainingsbeteiligung bedenklich nachzulassen droht. Bisher hat Lars es noch immer geschafft, die Mannschaft zusammenzuhalten, Freude am Wasserballspielen zu vermitteln und die Trainingsmoral aufrechtzuerhalten. Auch wenn „seine“ Mädels nach Lars’ eigenen Angaben durch nervenaufreibende knappe Spielverläufe und unnötig verschossene Bälle, die lautstarkes Intervenieren vom Beckenrand aus nötig machen, schon so manches graue Haar verschuldet haben, hat man doch den Eindruck, dass der begeisterte Radfahrer seinen Trainerjob liebt und mit vollstem Wasserballer-Herzen hinter seiner Mannschaft steht. War es doch seine Bedingung für die Übernahme des Trainerjobs, dass die Mannschaft leistungsorientiert spielt, so fiebert Lars bei jedem Spiel mit und freut sich mit „seinen“ Mädels über jeden einzelnen, manchmal mühevoll herausgespielten Sieg.
Selbst überaus trainingsbegeistert ist er Vorbild für die gesamte Mannschaft, was die Trainingsbeteiligung betrifft und man findet ihn, soweit es ihm beruflich möglich ist, an fünf Tagen der Woche in der Schwimmhalle. Leistungsorientiert und dadurch oft anstrengend folgt auf sein anspruchsvolles Training häufig Muskelkater, der seinen Spielerinnen vielfach noch am Folgetag ihren gewissenhaften Trainer in Erinnerung ruft.
Da auch seine Frau Irena nach einem Jahr in der Bundesliga und der Geburt der mittlerweile fast zweijährigen Tochter Sofia die nunmehr zweite Saison unter den Trainerfittichen ihres Mannes steht, ist häufig die ganze Familie Huppertz in der Schwimmhalle zu finden und auch die kleine Sofia wird schon langsam an ihre Karriere als künftige Nachwuchsspielerin der Damenmannschaft herangeführt.
Auch Lars selbst begann bereits in frühstem Kindesalter seine Schwimmerkarriere: 1979 trat der heute 34-jährige in den Stolberger Schwimmverein ein und bestritt kurz darauf seinen ersten Wettkampf, das Nikolausschwimmen in Würselen, wo es ihm noch sichtlich Mühe bereitete nach einer Bahn Delphin den Beckenrand wieder zu erreichen. Bald darauf steigerten sich Lars’ schwimmerische Leistungen und bei der Teilnahme an den deutschen Jahrgangsmeisterschaften über 100m Brust in Kamen belegte er 1989 den 13. Platz. Als starker Brustschwimmer liegt der Rekord des ehrgeizigen Sportlers über die 100m-Strecke bei 1,07 Minuten, so dass seine Leistung 1990 sogar für einen 8. Platz in Freiburg reichte. Natürlich war es so für den erfolgreichen Schwimmer ein leichtes über viele Jahre lang die Vereinsmeisterschaften des SSV zu dominieren. Lars belegte so 1991, 1993-96, 1998-2000 und 2003 jeweils den 1. Platz und 1989 und 2001 den 2. Platz der vereinsinternen Rangliste und bestritt zusätzlich auch die Stadtmeisterschaften, wobei er von 1989-91 und 1993 auch dort den Titel holte. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Stadt Stolberg Lars schließlich Mitte der 90er Jahre zum Sportler des Jahres kürte.
Der heutige Torwart der 1. Herrenmannschaft war seit seinem 17. Lebensjahr lange Jahre als Jugendwart im Vorstand aktiv und begann seine Wasserball-Karriere im Verein, als er mit 18 das erste Mal den Ball in die Hand nahm. Schon in seiner zweiten Saison zeichnete sich Lars’ Talent im Tor ab, wo er zunächst noch seinen Torwart-Job teilte, bevor man ihn schließlich zum alleinigen Torwart der 1. Stolberger Herrenmannschaft beförderte. Seitdem hat Lars seinen festen Platz in jedem Spiel der 1. Mannschaft, ist stets in seinem „Kasten“ zu finden, wo er manches Mal auch eigentlich unhaltbare Bälle sensationell abwehrt, so dass er zusammen mit seiner Mannschaft schon einige Meistertitel der Mittelrheinliga erringen konnte.
Es hat großen Respekt verdient, wie Lars es schafft seinen Torwart-Job mit Familie und Beruf zu vereinbaren und gleichzeitig noch engagiert als Damentrainer am Beckenrand zu stehen. Ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand, den wir alle sehr zu würdigen wissen sollten und für den wir uns bedanken möchten. Besonders als Stolberger Mädels, die vereinsfremd in Aachen spielen, ist es toll einen so motivierten Trainer zu haben, der aus dem Heimatverein kommt und den dort üblichen teaminternen Zusammenhalt auch als Coach auf seine Mannschaft zu übertragen versucht.
Lars, du trägst wesentlich dazu bei, dass unser Damenteam so gut funktioniert wie nie zuvor und wir hoffen, dass du deinen Trainerjob noch lange weiter machst, denn keiner hat uns bisher mit soviel Engagement und Herzblut unterstützt! Nicht nur als Torwart, sondern vor allem für „deine“ Mädels bist du die unersetzbare Nr.1, denn schließlich könnten wir uns keinen besseren Trainer wünschen!
(Stephanie Preetz)

